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Das Onboarding neuer Mitarbeitende und Führungskräfte ist ein entscheidender Moment – nicht nur für den Erfolg des Einzelnen, sondern auch für das gesamte Team. Ein gelungener Start kann den Unterschied zwischen einem motivierten, engagierten Teammitglied und einem enttäuschten Neuling ausmachen, der sich mit dem Unternehmen nicht identifiziert, weil er nie wirklich ankommt und bei der nächsten Gelegenheit das Weite sucht.

Warum ich Onboarding so wichtig finde? Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen in unterschiedlichen beruflichen Kontexten und habe dabei immer wieder erlebt, wie entscheidend die ersten Tage und Wochen in einer neuen Position sind. Ein sorgfältig geplantes Onboarding zeigt nicht nur, dass ein Unternehmen seine Mitarbeitende wertschätzt, sondern legt auch den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ein gutes Onboarding geht weit über das bloße Vermitteln von Informationen hinaus. Es schafft eine Atmosphäre, in der sich neue Mitarbeitende willkommen und wohl fühlen, ihre Rolle verstehen und sich von Beginn an als Teil des Teams sehen. Zum Beispiel habe ich neue Mitarbeitende am ersten Tag nie direkt arbeiten lassen. Natürlich hatten wir immer viel zu tun und gefühlt keine Zeit zu verlieren, aber die Zeit, die wir in das Onboarding investiert haben, war nie verloren – im Gegenteil, sie war bestens investiert. Wir starteten immer mit einem gemeinsamen, herzlichen Frühstück, bei dem sich die neuen Kollegen, insbesondere in größeren Organisationen, kennenlernen konnten. So fühlte sich keiner allein mit dem Thema „der Neuling zu sein“. Für jeden Mitarbeitenden haben wir eine „Herzlich Willkommen“-Karte geschrieben, denn der neue Kollege war mir wichtig und wertvoll für das Unternehmen. Es gab immer eine kleine Aufmerksamkeit. Wir machten einen Unternehmensrundgang und stellten alle weiteren neuen Kollegen vor. Selbstverständlich erhielt jeder Mitarbeitende eine hochwertig gestaltete Mappe mit seinem Namensschild und einem klaren Einarbeitungsplan. Mit dem Eintreffen des neuen Kollegen war alles vollständig vorbereitet, und wir nahmen ihn herzlich in Empfang. Nach dem angenehmen Vormittag durfte der neue Kollege dann nach Hause gehen und kam am zweiten Tag hoch motiviert in seinen neuen Wirkungskreis zurück. Ein effektiver Onboarding-Prozess ist damit nicht nur eine Investition in die Einarbeitung, sondern auch in die langfristige Bindung und Zufriedenheit der Mitarbeitende.

Wie gelingt dir ab heute das Onboarding besser? Zunächst einmal: Vorbereitung ist alles. Ein durchdachter Onboarding-Plan sollte bereits vor dem ersten Arbeitstag stehen. Welche Informationen braucht der neue Mitarbeitende? Wer sind die Ansprechpartner im Team? Welche Erwartungen gibt es für die ersten Wochen? Diese Fragen müssen klar beantwortet sein, damit sich der neue Kollege von Anfang an gut aufgehoben fühlt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die persönliche Betreuung. Gerade in den ersten Wochen ist es entscheidend, dass sich jemand aktiv um den neuen Mitarbeitenden kümmert – sei es durch regelmäßige Check-ins, gemeinsame Mittagessen oder einfach durch offene Ohren für Fragen und Sorgen. Diese persönliche Ansprache zeigt, dass das Unternehmen den neuen Mitarbeitenden nicht einfach ins kalte Wasser wirft, sondern ihn auf seinem Weg begleitet und sich auf ihn freut.

Last but not least: Das Onboarding endet nicht nach der ersten Woche. Es ist ein Prozess, der sich über die ersten Monate hinziehen sollte. Regelmäßige Mitarbeitenden- und Feedbackgespräche sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich weiterzuentwickeln, sind wichtige Bausteine, um das Gefühl von Zugehörigkeit und Engagement zu stärken.

Fazit: Ein gelungenes Onboarding ist mehr als nur eine nette Geste – es ist eine strategische Maßnahme, um neue Mitarbeitende und Führungskräfte langfristig zu binden und ihre Integration ins Team zu erleichtern. Mit einem gut durchdachten Onboarding-Prozess legst du den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und schaffst ein Umfeld, in dem sich neue Mitarbeitende von Anfang an wohlfühlen und ihr volles Potenzial entfalten können. Ganz nebenbei sei erwähnt, es macht großen Spaß und man startet auch als Führungskraft voller Freude und positiver Energie in die neue Woche.

Gaby Schmidt

Unternehmens- und Führungskräftecoach

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